75. Weissenstein-Schwinget Weissenstein ob Solothurn, 11.07.2026
Platz 1
Platz 2
Platz 3
Der Solothurner Hausberg bleibt in Nordwestschweizer Händen
Mit der 75. Austragung feierte das Weissenstein-Schwinget am Samstag, 11. Juli 2026, ein besonderes Jubiläum. Vor 5'075 Zischauerinnen und Zuschauer entwickelte sich auf dem Solothurner Hausberg ein spannender Wettkampf zwischen den drei teilnehmenden Teilverbänden, der mit einem erstmaligen rein nordwestschweizerischen Schlussgang und dem ersten Bergkranz-Festsieg von Alpiger Nick seinen verdienten Höhepunkt fand.
Bereits der Auftakt versprach Spannung: Nur drei Eidgenossen konnten ihren ersten Gang gewinnen: Lüscher Sinisha gegen Roth Martin, Döbeli Lukas gegen Schneider Domenic und Biäsch Christan gegen Strebel Joel.
Biäsch erhielt auch im zweiten Durchgang einen Gegner mit dem Namen Strebel – in diesem Fall Dominic – zugeteilt und konnte auch diesen Gang für sich entscheiden. Auch Lüscher blieb gegen Kurmann Patrick makellos. Gleichzeitig meldeten sich folgende Eidgenossen mit ihrem ersten Sieg an: Alpiger Nick, Orlik Armon, Ott Damian, Voggensperger Lars, Frank Marius, Collaud Romain, Roth Tim, Döbeli Andreas sowie Schneider Domenic.
Für eine erste Vorentscheidung sorgte der dritte Gang: Im Direktduell der beiden bis dahin ungeschlagenen Biäsch und Lüscher setze sich der Solothurner durch und war damit als einziger Schwinger mit drei Siegen am Mittag alleiniger Leader. Hinter ihm lauerten mit Alpiger, Orlik, Ott, Voggensperger, Frank, Biäsch, Colloud, Schneider und Döbeli Andreas weitere Festsiegkandidaten.
Am Nachmittag wurde das Rennen um den Schlussgang definitiv lanciert: Lüschers Siegeszug wurde im vierten Gang von Ott mit einem Gestellten gebremst, wodurch mehrere Schwinger wieder zu ihm aufschliessen konnten. Alpiger, Orlik, Frank, Biäsch und Döbeli Andreas nutzen ihre Chance mit einem Sieg und hielten sich im Rennen um die Schlussgangqualifikation. Von den Nicht-Eidgenossen hielten die Gebrüder Tornare Laurent und Paul, sowie Bachmann Janos an der Ranglistenspitze mit.
Vor dem fünften Gang war die Ausgangslage offen. Frank und Orlik gegeneinander, sowie Döbeli Andreas gegen Roth Martin konnten nicht reüssieren und mussten dadurch ihre Schlussgangambitionen streichen. Mit einem Sieg über Tornare Laurent qualifizierte sich Lüscher für den Schlussgang und Alpiger konnte Biäsch bezwingen und zog nach.
Damit kam es zu einem historischen Schlussgang: Erstmals seit das Weissenstein-Schwinget ein Kranzfest ist, standen sich zwei Nordwestschweizer im Schlussgang gegenüber.
Beide suchte von Beginn an die Offensive. Erfolgreich war schlussendlich ein Angriff von Alpiger, gestartet mit einem Gammen und anschliessendem Kniestich konnte er Lüscher auf den Boden bringen und dort vollenden. Der Schlussgang dauerte 4 Minuten und 30 Sekunden. Als erst dritter NWSV-Schwinger durfte er am heimischen Bergfest nach Bieri Christoph (2010 und 2014), sowie Gisler Bruno (2013) den Festsieg feiern. Insgesamt war es sein 80. Kranzgewinn und er hat noch nicht genug: Im Siegerinterview lobte er seinen Schlussganggegner Lüscher Sinisha und informierte, dass er bereits am Sonntag um 8:00 seine nächste Trainingseinheit hat – dies zeigt, wie viel Alpiger für seinen Erfolg macht und dass er auch zukünftig seine Gegner vor grosse Herausforderungen stellen will.
Für einen weiteren emotionalen Höhepunkt sorgte Schneider Domenic. Mit seinem Sieg im sechsten Gang gegen Schwegler Dominik sicherte der Publikumsliebling seinen 100. Kranz. Zur Feier dieses aussergewöhnlichen Meilensteins erhielt er einen goldenen Kranz, der ihm von seiner Frau und seinen drei Töchtern aufgesetzt wurde. Als 35. Schwinger konnte er diese Marke erreichen. Herzlichen Glückwunsch an Domenic Schneider für seine eindrückliche Kranzsammlung!
Insgesamt wurden 16 Kränze verteilt. Sechs gingen aufs Konto der Nordostschweizer, zwei verzeichneten die Südwestschweizer und Acht blieben bei den Nordwestschweizern. Dies zeigt die sensationelle Teamleistung der Nordwestschweizer Schwinger an diesem Tag. Erst einmal im Jahr 2010 konnten 8 Kränze bejubelt werden für den NWSV. Besonders hervorzuheben gilt auch der Kranz vom 21-jährigen Bachmann Janos. Als einziger Nicht-Eidgenosse konnte der Nordostschweizer sich in Kranzränge schwingen.
Nicht nur der Schwingsport wurde an diesem Samstag auf dem Weissenstein zelebriert: Beim Steinstossen mit dem 66 Kilogramm schweren Stein erzielte Hutmacher Urs aus Weisslingen ZH mit 4.61 Metern eine neue Rekordweite - dieser Festsieg ging in die Nordostschweiz. Zudem kamen die Zuschauenden während dem sechsten Gang in den Genuss eines Überflugs der Patrouille Suisse. Traditionsgemäss endete der Festtag mit dem Lied «Hie bini daheim» und der Textzeile «wenn d Sunne hingerem Jura unger geit..», welches von den Zuschauenden textsicher mitgesungen wurde.
Für die Nordwestschweizer hätte das Jubiläumsfest kaum erfolgreicher verlaufen können. Der erste Heimsieg seit zwölf Jahren, ein rein nordwestschweizerischer Schlussgang, acht Kränze und zahlreiche spannende Kämpfe machten das 75. Weissenstein-Schwinget zu einem unvergesslichen Tag.
Herzliche Gratulation an den Festsieger Alpiger Nick und an alle Kranzgewinnern. Vielen Dank an das Organisationskomitee vom Weissenstein-Schwinget, den zahlreichen Helfenden, den Sponsoren und Partnern, sowie den Zuschauenden, die einen würdigen Rahmen für das grossartige Schwingfest bildeten.
Bereits am kommenden Sonntag wartet mit dem Rigi-Schwinget die nächste Herausforderung. Dort treffen 20 Nordwestschweizer auf 20 Berner sowie 50 Innerschweizer Schwinger. Nach dem eindrücklichen Auftritt auf dem Weissenstein darf der NWSV mit viel Selbstvertrauen - und wie Alpiger im Siegerinterview treffend sagte, trotzdem demütig bleiben und einen guten Job machen - ans nächste Bergkranzfest reisen.
| Anzahl Schwinger | 90 | |
| Anzahl Zuschauer | 5075 |
